Die Noten sacken ab
Erst die Ursache finden, dann handeln.
Das fragen Eltern uns
01Einstieg
Die meisten Fragen entstehen nicht in einem Fach, sondern in einer Lage. Wählen Sie die, die am besten passt, und lesen Sie dort weiter.
Erst die Ursache finden, dann handeln.
Wenn Lust, Konzentration oder der Frieden am Nachmittag fehlen.
Anzeichen einordnen, ohne vorschnell zu diagnostizieren.
Vorbereitung, die trägt, und Hilfe gegen die Angst.
Die ersten Schuljahre gelassen begleiten.
Übergang, Schulform und der Start in Klasse 5.
Ehrlich abwägen, auch wenn die Antwort Nein lautet.
Wenn die Schule belastet, sind Noten zweitrangig.
02Antwort im Fokus
Kurzantwort
Bleiben Sie zunächst ruhig und suchen Sie gemeinsam die Ursache, statt zu strafen. Schlechte Noten haben viele Gründe: Wissenslücken, fehlende Lernstrategien, Angst oder belastende Lebensumstände. Loben Sie Anstrengung statt Begabung, vereinbaren Sie kleine Ziele und sprechen Sie mit der Lehrkraft. Eine Note bewertet einen Moment, nicht Ihr Kind.
„Aussagekräftiger als die einzelne Zahl ist die Frage, ob sich über mehrere Arbeiten und Fächer ein Muster zeigt.“
Was Eltern dazu außerdem fragen
Nein. Strafen und Druck erzeugen Angst, und Angst blockiert das Lernen. Auch das Streichen von Hobbys schadet, weil es Ausgleich und Selbstwert nimmt, ohne die Ursache zu beheben. Wirksamer sind Ruhe, kleine erreichbare Ziele und Lob für Anstrengung.
Meist nicht. Hinter schlechten Noten stecken oft Wissenslücken, unpassende Lernstrategien, Prüfungsangst oder belastende Lebensumstände. Lernstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie treten sogar bei durchschnittlicher bis hoher Intelligenz auf. Die vorschnelle Deutung „faul“ verhindert genau die Hilfe, die passen würde.
Ein plötzlicher Leistungsabfall hat fast immer einen Auslöser, den es lohnt zu suchen, statt ihn als Faulheit abzutun. Häufig fällt er mit einem Einschnitt zusammen: einem Schulwechsel, etwa dem Übergang auf die weiterführende Schule, einem Umzug oder belastenden Ereignissen wie einer Trennung in der Familie. Auch eine ganz normale Leistungsdelle in der Pubertät, etwa in Klasse sieben oder acht, gehört dazu, ebenso Unterrichtsausfall oder häufige Vertretung. Fragen Sie Ihr Kind ohne Vorwurf, was sich verändert hat, und suchen Sie das Gespräch mit der Lehrkraft.
03Mythen und Fakten
Vieles, was über Lernen erzählt wird, klingt einleuchtend und hält der Forschung nicht stand. Jede Einordnung stammt aus einer recherchierten Antwort.
Verbreitet
Jedes Kind ist ein visueller, auditiver oder haptischer Lerntyp.
Tatsächlich
Feste Lerntypen wie visuell oder auditiv sind wissenschaftlich nicht belegt.
Zur AntwortVerbreitet
Geld für gute Noten spornt an.
Tatsächlich
In großen Studien verbesserte Geld für Noten die Leistungen nicht, und vorher angekündigte Belohnungen schwächen messbar die Lust am Lernen.
Zur AntwortVerbreitet
Fingerrechnen muss man so früh wie möglich abgewöhnen.
Tatsächlich
In der ersten Klasse ist Fingerrechnen völlig normal und sogar nützlich: Die Finger sind das erste Anschauungsmittel Ihres Kindes.
Zur AntwortVerbreitet
Die Nacht vor der Arbeit durchlernen bringt am meisten.
Tatsächlich
Nachts wird Gelerntes ins Langzeitgedächtnis überführt, deshalb ist Durchmachen vor einer Arbeit kontraproduktiv.
Zur AntwortVerbreitet
Konzentration hält Lebensalter mal zwei Minuten.
Tatsächlich
Die verbreitete Faustregel vom Lebensalter mal zwei bis fünf Minuten ist wissenschaftlich schwach belegt.
Zur AntwortVerbreitet
Wer viel liest, schreibt automatisch richtig.
Tatsächlich
Beim Lesen liegt der Blick auf dem Inhalt, nicht auf der exakten Schreibung einzelner Wörter.
Zur Antwort04Kurz gefragt
Faulheit ist selten die eigentliche Ursache. Hinter Lustlosigkeit stecken meist Wissenslücken, Über- oder Unterforderung, Angst vor Misserfolg, Perfektionismus oder ein geringes Selbstwertgefühl. Es lohnt sich, ruhig nach dem Grund zu suchen, statt „faul“ als Erklärung zu nehmen. Denn wer nur die Faulheit sieht, übersieht das eigentliche Problem und damit auch die Lösung.
Weiterlesen: Mein Kind hat keine Lust zu lernen: Was tun?Besser nicht stillschweigend ausbessern. Zeigen Sie höchstens auf die Zeile: „In dieser Zeile ist ein Fehler.“ Was Ihr Kind nicht findet, darf stehen bleiben. Einzelne Kultusministerien schreiben Eltern ausdrücklich, dass fehlerhafte Hausaufgaben der Lehrkraft zeigen, was noch geübt werden muss. Eine Pflicht, täglich zu kontrollieren und zu korrigieren, gibt es nicht.
Weiterlesen: Wie viel Hilfe bei den Hausaufgaben ist zu viel?Dafür gibt es keine belegbare Zahl. Die deutsche Forschungslage ist dünn und widersprüchlich, und wer eine Frist nennt, kann sie nicht belegen. Wo überhaupt Notenverbesserungen gemessen wurden, geschah das über ein halbes bis ein ganzes Schuljahr, und die Effekte waren klein. Hinzu kommt ein praktisches Problem: In den Hauptfächern der Sekundarstufe I werden je nach Bundesland, Schulform und Jahrgang meist nur zwei bis drei Klassenarbeiten pro Halbjahr geschrieben. Wenige Wochen nach dem Start liegt oft schlicht noch kein neuer Messwert vor.
Weiterlesen: Wie lange dauert es, bis Nachhilfe wirkt?Eine feste Frist gibt es nicht. Als grobe Orientierung gilt, dass Fingerrechnen etwa bis zur Mitte der zweiten Klasse förderlich ist. Die Bandbreite ist aber groß: In einer Untersuchung hatte am Ende der ersten Klasse nur rund ein Drittel der Kinder das zählende Rechnen weitgehend abgelegt. Ein Kind, das Ende der ersten Klasse noch zählt, ist also kein Ausnahmefall. Wie schnell die Ablösung gelingt, hängt stark vom Unterricht ab.
Weiterlesen: Mein Kind rechnet noch mit den Fingern: Ist das schlimm?Meist nicht. Unruhe und kurze Konzentration sind im Grundschulalter überwiegend normal. Von ADHS spricht man erst bei stark ausgeprägten Auffälligkeiten, die über Monate anhalten, in Schule und zu Hause auftreten und deutlich belasten. Die Abklärung gehört in die Hände der Kinderärztin oder des Kinderarztes, nicht auf Ratgeberseiten.
Weiterlesen: Wie kann sich mein Kind beim Lernen besser konzentrieren?Der Zusammenhang ist real, aber klein, und er beruht fast vollständig auf Momentaufnahmen. Die Autoren einer Meta-Analyse über 29 Studien mit 48.490 Teilnehmenden schließen Kausalaussagen ausdrücklich aus. Genauso plausibel ist die umgekehrte Richtung: Wer in der Schule Frust erlebt, flüchtet eher ans Handy. Besser belegt sind zwei Wege: schlechter Schlaf durch Geräte im Schlafzimmer und Media-Multitasking während des Lernens.
Weiterlesen: Handyverbot wegen schlechter Noten: sinnvoll oder nicht?05Kostenlos zum Ausdrucken
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lernfrage.de ist ein Angebot von schuNa (Essen). Wir empfehlen nur, was Ihrem Kind wirklich hilft. Oft ist das kostenlos.